| Autor: Daniel Erismann Fünf Jahre nach der letzten Austragung lebt
das Zürcher 6-Tage-Rennen wenige Tage vor Jahresende neu auf. Die Neulancierung erfolgt auf Initiative
der ehemaligen Sixday-Legenden Urs Freuler und Max Hürzeler. Zusammen mit
Hallenstadion-Direktor Gérard Jenni haben sie sich entschlossen, dem Zürcher
6-Tage-Rennen neues Leben einzuhauchen. Vom 28. Dezember 2006 bis 2. Januar
2007 werden im Zürcher Hallenstadion voraussichtlich 14 Américaine-Teams und
5 Steher um Punkte und Klassierungen kämpfen und hoffentlich auch die
legendäre Sixday-Stimmung neu aufleben lassen.
Anhaltender Zuschauerschwund und der bevorstehende Umbau des
Hallenstadions hatte die Organisatoren vor fünf Jahren zur Einstellung des
6-Tage-Rennens bewogen. Und das exakt ein Jahr vor dem 50. Jubiläum.
Katzenjammer herrschte damals nach dem Aus des Zürcher Sixdays. Inzwischen
hat ein Geist des Neuaufbruchs Einzug gehalten und die Faktoren für einen
erfolgreichen Neustart scheinen besser als je zuvor.
Das Hallenstadion erstrahlt seit knapp anderthalb Jahren in neuem Glanz.
Zwar hat man im neuen Stadion keine fest eingebaute Radrennbahn mehr
verfügbar. Doch dies stellt in der multifunktionalen Veranstaltungs-Halle in
Zürich-Oerlikon heutzutage kein Problem mehr dar. Die Sixday-Veranstalter
mieten deshalb die Rennbahn des Olympiaparks München für 140'000 Euro. Mit
sieben Sattelschleppern wird die Radrennbahn kurz vor Weihnachten nach
Zürich transportiert, der Aufbau beginnt am 23. Dezember unmittelbar nach
dem Eishockeyspiel ZSC - EHC Basel. Die neue Rennbahn wird 200 Meter lang
sein und ist somit 50 Meter kürzer als die bis 2001 eingesetzte fest
eingebaute alte Rennbahn. Organisator Urs Freuler verspricht sich davon mehr
Hektik und Spektakel auf der Rennbahn und somit interessantere Rennen.
Vieles ist neu am 50. 6-Tage-Rennen. Nebst der Halle und der Bahn ist
auch der Termin zu Jahresende neu. Der Zeitpunkt über die Tage um den
Jahreswechsel könnte sich für die Zürcher Organisatoren als Glücksfall
erweisen. Als Hauptsponsor des 6-Tage-Rennens konnte die Firma Samsung
gewonnen werden, mit der die Organisatoren vorerst einen 3-Jahres-Vertrag
abgeschlossen haben. Auch im Rennprogramm gibt es einige Neuerungen. Dabei
gilt generell „in der Kürze liegt die Würze“: Keine endlos langen 100
Kilometer-Americaines mehr, auch die langen Nächte von Oerlikon mit Rennen
bis in die frühen Morgenstunden wird es nicht mehr geben. Stattdessen setzen
die neuen Organisatoren auf kurze und attraktive Wettkämpfe: Die längste
Américaine führt über 300 Runden, sprich 60 Kilometer.
Damit die Neulancierung auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Erfolg wird
haben die Organisatoren einige neue Ideen einfliessen lassen. Man hat
insbesondere auch über die Grenzen geschaut und analysiert was die äusserst
populären 6-Tage-Rennen in Deutschland so erfolgreich macht. So hat man
beispielsweise mit Christian Stoll einen neuen Speaker engagiert, welcher
auch an den Sechstagerennen von Berlin, Bremen und Stuttgart offizieller
Stadionspeaker ist. Auch das Rahmenprogramm verspricht einiges an Spektakel:
Jeder Abend erhält einen Schwerpunkt: Ein Rennen auf Militärvelos mit
Vollpackung, ein Holzfäller-Wettkampf, die erstmalige Verleihung des "Swiss
Golden Player Awards" und (last but not least) eine exklusive
Silvester-Nacht, sind einige der Höhepunkte aus dem Rahmenprogramm (Side
Events).
Die Vorzeichen dass das Zürcher 6-Tage-Rennen wieder zu einem grossen
Volksfest wird stehen gut. Auch die Eintrittspreise wurden angepasst.
Bereits ab Fr. 20.- ist man beim Spektakel im Hallenstadion dabei. Mit
dieser moderaten Preispolitik erhofft man sich, die Zuschauerränge im
Hallenstadion ansprechend füllen zu können, womit die legendäre
Sixday-Atmosphäre garantiert ist. "Mit 25'000 Zuschauern erreichen wir den
Breakeven" sagt Mit-Organisator Max Hürzeler. Es bleibt zu hoffen dass die
Schweizer Sixday-Fans nach dem 5jährigen Unterbruch zu Jahresende in Scharen
ins Hallenstadion pilgern werden und dem traditionsreichen und populären
Anlass zu einem hoffentlich erfolgreichen Neustart verhelfen werden.
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